Der Maler Jacob van Campen war in
Haarlem ausgebildet worden und sollte einer der
führenden Vertreter der Architektur des barocken
Klassizismus in den Niederlanden werden. Van
Campen, der sich wohl zwischen 1615-1621 in
Italien aufgehalten hatte, war wohlhabend genug,
sich nur die feinsten Aufträge herauszusuchen.
1625 entwarf er das Coymanshaus in Amsterdam
(Keizersgracht 177), bei dem er bereits in den
Proportionen Andrea Palladio folgt, während sich
die Detailformulierungen an Scamozzi anlehnen.
Die Architektur des goldenen Jahrhunderts der
Niederlande zeigt sich hier strenger,
italienischer, als die des vorangegangenen
(Hendrik de Keyser). Bedeutender ist das
Privathaus für Johann Moritz von Nassau, das
Mauritshuis in Den Haag (1634-1644).
Van Campens Meisterwerk ist das Amsterdamer
Rathaus (heute Palast), das er für die führende
Stadt in der einflussreichsten Provinz (Holland)
der Generalstaaten entwarf. Es ist zugleich der
größte Bau dieser Art in seiner Zeit.
Nur zwei seiner Gemälde haben sich (im Rathaus
zu Amersfoort) erhalten. |